Neurochirurgische Praxis
Dr. med. Vassilios Vadokas

Medikamenten - Pumpsystemen

Was ist eine intrathekale Arzneimittelinfusion und wie wirkt sie?

 

Das implantierte System zur intrathekalen Arzneimittelinfusion

Hierfür wird eine kleine Pumpe unter die Haut im Bauch implantiert.

In dieser Pumpe befindet sich ein Schmerzmittel, welches über einen dünnen, flexiblen Schlauch, den Katheter, direkt in den sogenannten intrathekalen Raum abgegeben wird. Dies ist ein Flüssigkeitsraum, der sich entlang des Rückenmarks erstreckt. Das Rückenmark ist praktisch eine Autobahn für die Schmerzsignale auf ihrem Weg zum Gehirn, wo die Schmerzempfindung bewusst wahrgenommen wird.

Da das Schmerzmittel direkt dort abgegeben wird, wo die Schmerzsignale verlaufen, kann durch die intrathekale Arzneimittelinfusion eine erfolgreiche Schmerzkontrolle schon bei erheblich niedrigeren Medikamentendosen erreicht werden,
als man üblicherweise oral einnehmen müsste. Dadurch können
die Nebenwirkungen, die oft mit anderen Schmerztherapien
einhergehen, auf ein Minimum reduziert werden.

 

 

 

Medikamenten Pumpsysteme :

 

Gasbetriebene Pumpen ( z.B. Archimedes / Fa. Codman )

Diese Pumpen sind als Zweikammersysteme aufgebaut: die innere Kammer – das Medikamentenreservoir – ist ein flexibler Faltenbalg aus Titan; die äußere Kammer – die Druckkammer, auch aus Titan – enthält das Antriebsgas.

Die Druckkammer ist hermetisch abgeschlossen. Durch die Körperwärme dehnt sich dieses Antriebsgas aus, presst so die innere Kammer zusammen und das Medikament strömt nun durch den Filter in die sogenannte Drosselstrecke, von da aus durch den Katheder an den Wirkort im Körper.

 

Diese Drosselstrecke ist absolut einzigartig : nur die Archimedes – Infusionspumpen verfügen über eine Drosselstrecke in Form einer „Chipkapillare“.

 

Diese wird mittels modernster Mikrosystemtechnik hergestellt.

Die dieser Micro – Systemtechnik zugrundeliegende Präzision ermöglicht höchste Flussratengenauigkeit bei gleichzeitig kompakter Bauform.

 

Die Drosselstrecke begrenzt die Durchflussmenge, die das Medikamentenreservoir verlässt und sorgt für die exakte Dosierung der Infusionslösung.

Je nach Therapieanforderungen können verschiedene Flussraten angeboten werden. Die Anpassung der Schmerzmitteldosis an die individuellen Bedürfnisse ist damit einfach und sicher.

 

Auf dieses besondere Antriebskonzept haben Umgebungseinflüsse wie Luftdruck- oder Temperaturschwankungen nur einen sehr geringen Einfluss, so dass die Genauigkeit der Flussrate während des gesamten Entleerungszyklus sehr groß ist. Es handelt sich hier um eine höchst präzise Infusionspumpe – mit kleinen Ausmaßen und großem Medikamentenreservoir.

 

Die Pumpe ist für eine lange Lebensdauer konzipiert. Der rein mechanische Antrieb funktioniert ohne Batterie.

 

 

 

Gasfreie Pumpen ( z.B. AccuRx / Fa. ANS )

 

Die implantierbare  Konstantstrompumpe AccuRx Pumpe

Wie andere konstantstrompumpen besitzt die Pumpe AccuRx alle Vorteile, die man erwartet, unter anderem geringere Abmessungen, weniger Gewicht, längere Gerätelebensdauer, größeres Reservoir für das Medikament und geringere Kosten als bei programmierbaren Pumpen.

Im Gegensatz zu Pumpen mit Gasfüllung muss bei der Pumpe AccRx kein Kompromiss zwischen Dosiergenauigkeit und Benutzerfreundlichkeit eingegangen werden. Da keine Gasfüllung vorhanden ist, gibt es auch keine Abstriche bei Dosiergenauigkeit, Patientenkomfort oder Benutzerfreundlichkeit

  • Hohe Temperaturunempfindlichkeit: Bessere Vorhersagbarkeit der Infusionsdauer, dadurch größere Zeitabstände zwischen den Auffüllungen, bessere Planung der Auffülltermine und bessere Nutzung des Medikaments.
     
  • Keine Störung durch Druckänderung: Keine Gefährdung durch Druck-induzierte Überinfusion oder Unterinfusion des Medikaments, das heißt, die Patienten können fliegen, tauchen, schwimmen, Ski fahren oder an anderen Aktivitäten teilnehmen, bei denen Druckänderungen eine Rolle spielen.

 

 

 

 Computergesteuerte Pumpen  ( z.B. SynchroMed / Fa. Medtronic )

 

Die Pumpe beinhaltet einen Arzneimittelvorrat und gibt automatisch
die programmierte Menge des Schmerzmittels durch den Katheter ab.

 

Ihr Arzt kann die Menge und den zeitlichen Ablauf der Medikamentenabgabe durch die Pumpe schnell und einfach mit einem kleinen, computerähnlichen Programmiergerät einstellen :

  • Datum und Zeit der laufenden Verodnung
  • Patientenidentifikation
  • Medikamentenname, Konzentration und Dosis
  • Infusionsmodus
     
  • Reservoirvolumen and Einstellung, wann bei geringem Füllstand ein Signal ertönt
  • Alarm (hörbar) bei niedrigem Batteriestand

 

Infusionmodus

Die Infusionmodi bestimmen welche Medikamentendosis in welcher Zeit (pro Stunde oder Tag) oder für welchen Zeitraum verabreicht wird.

 Die SynchroMed EL Pumpe kann auf Infusionsraten von 0,002 mL/Std bis 0,9 mL/Std.programmiert werden

 

 


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